FILME 2020
KINOS
AU BOUT DES DOIGTS
AU BOUT DES DOIGTS
Der Klavierspieler vom Gare du Nord

Frankreich 2017, 105 Minuten. Regie: Ludovic Bernard. Mit: Jules Benchetrit, Kristin Scott Thomas, Lambert Wilson, Karidja Touré

Empfohlen ab 12 Jahren

französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 

Die Klaviermusik ist für Mathieu Malinski ein Zufluchtsort, an dem er seinem tristen Leben entfliehen kann. Als Pianist sitzt er ganz versunken im Bahnhof Gare du Nord am Klavier und bemerkt die Passanten kaum, die er mit seinem Klavierspiel verzaubert. Pierre Geithner, der das renommierte Pariser Konservatorium leitet, hört ihn spielen und würde ihn gern für seine Schule gewinnen, doch Mathieu lehnt das Angebot ab. Erst als der Junge nach einem Diebstahl ins Gefängnis soll, sieht Pierre seine Chance erneut gekommen: Die Haftstrafe kann vor dem Gericht in Sozialstunden umgewandelt werden, und so kommt Mathieu doch noch ans Konservatorium, wo sein Mentor ihn trotz Bedenken der strengen Klavierlehrerin fördert.

Auf der Ebene der Figuren wird gezeigt, wie Mathieu durch Zufall eine intensive Förderung erhält. Thematisiert wird so das nicht immer einfache Verhältnis von Entdecker bzw. Mentor, Lehrerin/Pädagogin und (Musik-)Schüler. Deutlich wird, wie verschiedene Handlungsweisen und Interessen von unterschiedlichen biografischen Voraussetzungen bzw. Lebenserfahrungen und der Verankerung im sozialen Umfeld geprägt sind. Talent bzw. Begabung, Fleiß und Disziplin sind wichtige Aspekte, ebenso die Frage, wie mit einer außergewöhnlichen Herausforderung, einem Klavierwettbewerb, umgegangen wird. Berührt wird ebenso die Ebene von Freundschaft und Liebe. Musik ist im Film Kerninhalt und gestalterisches Mittel zugleich. Dies kommt nicht nur in der Verwendung bzw. Inszenierung des Spiels von klassischer Musik zum Tragen, sondern auch beim passgenauen Einsatz von populären Musiktiteln. Jedoch dominiert die klassische Musik und der Film setzt Anreize für die tiefergehende Beschäftigung mit ihr.

"Der dritte lange Spielfilm von Ludovic Bernard beginnt mit einer Zeitraffermontage, die den hektischen Großstadtverkehr in einem Pariser Bahnhof zeigt, gefolgt von der stillen Beobachtung eines jungen Pianisten, der hingebungsvoll ein klassisches Musikstück spielt. Der visuelle und akustische Kontrapunkt schlägt frühzeitig zentrale Themen des Entwicklungsdramas an: Klassische Musik als Sprungbrett für den sozialen Aufstieg eines kleinkriminellen Musikgenies aus einem sozialen Brennpunkt. Fortan spielt die Musik eine Schlüsselrolle in der Inszenierung, sie treibt nicht nur die Handlung voran, sondern unterstreicht auch die Gemütszustände und Widersprüche des sprunghaften Protagonisten, der mit einem absoluten Gehör gesegnet ist, aber mit seiner Berufung hadert, die bereits in Rückblenden in seine Kindheit zutage tritt." (Vision Kino)

Dossier

  • AU BOUT DES DOIGTS
  • AU BOUT DES DOIGTS
  • AU BOUT DES DOIGTS
PARTNER
  • Institut Français de Vienne
  • Filmladen Filmverleih
  • VOTIV KINO
  • Das Kino
  • Moviemento
  • KIZ RoyalKino
  • Leokino Innsbruck